09.09.2011 - Präventionsprojekt EASI- Hassloch

  

Das Dogdanceproject beim Präventionstag? Was ist das eigentlich, ein Präventionstag? Das haben wir uns zuerst gefragt, als man bei uns anrief, ob wir eventuell mit-machen wollen. Aber im Laufe der Veranstaltung fragten wir uns das immer weniger. Der Präventionstag soll dazu dienen, den Jugendlichen zu zeigen, welche Vereine in der Gemeinde was zu bieten haben.

Das Ereignis sollte gleich zum Schulbeginn losgehen. Also machten wir uns früh auf den Weg, packten Infopavillon und alles was Dogdancer so brauchen in unsere Autos, fuhren in die Hasslocher Schule, suchten zuerst mal die Einfahrt in das riesige Schulgelände und unseren Platz. Dort angekommen bauten wir unseren genialen Pavillon mit dem Infotisch und dem gesamten Material auf und harrten der Dinge, die da auf uns zukommen sollten. Die Dinge kamen in Form von Gruppen von 5 – 10 Schülern, die ein selbstgewähltes Besichtigungsprogramm abarbeiten sollten. Da nicht alle der 28 anwesenden Vereine in der zur Verfügung stehenden Zeit besucht werden konnten, hatten die Schüler-gruppen maximal 10 Anlaufstellen auf dem Zettel. Aber es war natürlich klar: alle wollten die tanzenden Hunde sehen!!

Da die Gruppen sehr unregelmäßig eintrafen, standen manchmal 5, dann aber auch wieder 25 Schüler vor unserem Viereck. Unsere Dogdanceteams gaben über die gesamte Zeit von 8 bis 12 Uhr ihr Bestes und zeigten mit enormer Geduld alle erlernten Übungen, Übungsteile und Tricks, während Sprecher Wolfgang den Schülern immer und immer wieder erklärte, was Hundeerziehung heute heißt und was alles zu beherzigen ist, um ein Tanzpaar zu werden. Die Kinder waren unglaublich unterschiedlich im Umgang mit und in ihrer Beziehung zu den Hunden. Manche zeigten sich sehr routiniert, weil sie selbst einen Hund zu-hause haben, manche waren sehr forsch, aber viele auch sehr ängstlich. Wolfgang versuchte, mit ihnen über diese Angst zu reden, damit sie den richtigen Umgang mit dem Hund ansatzweise wenigstens erkennen konnten. Die Schüler waren aber alle erstaunt und begeistert über die gezeigten hündischen Fähigkeiten. Es gab nur sehr wenige, die mit Hunden überhaupt nichts anfangen konnten. Nicht nur die Mädels wollten natürlich zum Abschluß zu den Hunden hin und streicheln oder belohnen, auch die Jungs erwiesen sich häufig als äußerst tierlieb.

Als sämtliche Gruppen durch waren, Wolfgang sein fusselig geredetes Maul ein wenig schonen konnte, sollten zum Abschluß des Präventionstages auf dem großen Platz vor dem Haupteingang der Schule vor allen Schülern und dem Lehrkörper zu-sammen noch zwei Demonstrationen stattfinden: die Polizeihundestaffel Rheinland-Pfalz stellte fünf ihrer Hunde vor, allesamt mannscharf und mit verschiedenen Zusatzausbildungen wie z. B. Geld- oder Suchtmittelaufspüren, und wir sollten unsere Gruppenchoreo vorführen. Die Hundestaffel stellte das Kontrastprogramm zu all dem dar, was wir den Jugendlichen vorher erklärt hatten. Zunächst wurden alle Zuschauer in sichere Entfernung zum Vorführbereich geschickt, weil die Hunde in der Erfüllung ihrer Aufgabe nicht zwischen Beteiligten und Unbeteiligten unterscheiden. Sie zeigten wie Menschen verbellt, in einem Auto gestellt, aber auch, wie sie zum Aufspüren von verstecktem Geld oder Rauschgift gebracht werden.

Unser Sprecher sagte auch eingangs der Darbietung, dass jetzt das Kontrastprogramm zu allem eben gesehenen käme. Es hatte zwischenzeitlich zu regnen begonnen, als wir unseren Ring aufbauten. Die Hunde hatten wir vor der Vorführung der Polizei in den Autos geparkt. Wolfgang erlaubte den Kindern, wieder auf den Platz zu kommen. Der Regen hielt die Schüler nicht davon ab, sich in Viererreihen direkt am Ring niederzulassen. Wolfgang hatte große Zweifel, dass aufgrund des Regens und des Zuschauerdrucks eine ordentliche Vorführung zustande kommen konnte. Auch der lange Vormittag mit andauernder Präsentation vor den Schülern war schon sehr anstrengend für alle gewesen. Er ließ die Kinder wieder aufstehen, alle einen großen Schritt zurückgehen und sich wieder hinsetzen.

Die Teams trafen ein (Wolfgang hatte schon lange keinen intelligenten Gesprächsstoff mehr, faselte aber ununterbrochen :). Die Gruppe bahnte sich durch die Schülerreihen einen Weg in den Ring. Der Ansager fuhr den Lärmpegel herunter. Die Teams nahmen ihre Ausgangsposition (sternförmig die Hunde in der Mitte, die Hundeführer außen am Ring) ein, atemlose Stille auf dem Platz. Wolfgang gab das Zeichen, das Lied begann. Es war nicht zu fassen, trotz des Zuschauerdrucks, trotz des Regens, trotz der vormittäglichen Anstrengung spulten die Teams das Programm ab wie überhaupt noch nie, mit einer Präzision sondergleichen, einer Ruhe und Gelassenheit, ohne jeglichen Ausfall. Das war einfach klasse! Alle waren begeistert und wollten nach dem abschließenden Verbeugen nur noch mit den Hunden schmusen. Auch die Polizisten waren erstaunt, begeistert und schwer beeindruckt.  So, jetzt wissen wir, was ein Präventionstag ist und kommen im nächsten Jahr gerne wieder. Es war ein toller Tag, der uns einmal mehr gezeigt hat, wie wir uns auf unse-re Tanzpartner verlassen können, wenn es darauf ankommt. (Wolfgang Block)